Coffee-to-go erfolgreich verkaufen: Der Leitfaden für Ihren Shop

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein erfolgreiches Coffee‑to‑go‑Angebot aufbauen – mit praxiserprobten Empfehlungen und Konzepten der Lekkerland Kaffee‑Expert:innen.

1. Warum Coffee-to-go für Shops so wichtig ist

Coffee-to-go gehört zu den margenstärksten Produkten an Kiosk, Tankstelle und Convenience-Shop. Laut der repräsentativen Lekkerland Kaffee-Studie kaufen 42% der Deutschen monatlich mindestens einen Kaffee an der Tankstelle. Mit einer guten Kaffeemaschine, einer klaren Sortimentslogik und der richtigen Präsentation können Shopbetreiber:innen mit Coffee-to-go hohe Zusatzumsätze erzielen – oft mit wenig Aufwand.

„Unsere Erfahrung zeigt: Schon ein gut platziertes, einfach bedienbares Kaffeeangebot kann den Umsatz im Tagesgeschäft deutlich steigern“
Christina Lohmann, Category Management Coffee, Lekkerland SE

2. Kaffee als verlässlicher Umsatztreiber im Shop

Ob Tankstelle, Convenience Shop oder Kiosk: Kaffee zählt zu den stärksten Frequenz- und Umsatzbringern im Shopgeschäft. Ein attraktives Kaffeeangebot steigert nicht nur den Durchschnittsbon, sondern erhöht auch die Aufenthaltsqualität und fördert die Kundenbindung. Entsprechend lohnt es sich für nahezu jeden Standort, das Potenzial eines eigenen Kaffeeangebots systematisch zu betrachten.

Besonders gut entfaltet Kaffee seine Wirkung, wenn folgende Faktoren zusammenkommen:

  • hoher Pendler- und Laufkund:innenanteil
  • Lage an Verkehrsachsen, in Gewerbe- oder Geschäftsvierteln
  • ausgeprägte Morgen- und Nachmittagsfrequenz im Shop

Dabei geht es längst nicht mehr nur um Coffee-to-go. Neben dem Mitnahmegeschäft kann – je nach Standort – auch der Direktverzehr im Shop eine wichtige Rolle spielen. Lekkerland unterstützt Sie dabei sowohl mit professionellen To-go-Lösungen als auch mit passendem Geschirr für den Kaffeegenuss vor Ort.

Praxis-Tipp: Binden Sie Ihre Kund:innen aktiv ein. Eine einfache Frage wie „Würden Sie hier gerne Kaffee kaufen?“ liefert oft wertvolle Hinweise. Als Richtwert gilt: Rund 10 % der täglichen Kund:innen entscheiden sich für Kaffee. Diese Kennzahl bietet eine gute Grundlage für die erste Einschätzung des Absatzpotenzials an Ihrem Standort.

3. Mit welchen Kaffee-Umsätzen Sie rechnen

Der Verkauf von Kaffee ist ein margenstarkes Geschäft und für jede Shopbetreiber:in attraktiv, denn: Die Kosten pro Tasse sind gut kalkulierbar und der Kaffeeverkauf im Shop lohnt sich bereits ab wenigen Tassen.

Mit welchen Gewinnmargen Sie in Ihrem Shop rechnen können, verrät Ihnen der Lekkerland Kostenkalkulator. Hierbei wählen Sie gemeinsam mit Ihrem Lekkerland Ansprechpartner die gewünschte Kaffeemaschine, den Kaffee sowie das benötigte Zubehör aus – und der Kalkulator errechnet auf den Cent genau, wie viel Gewinn Sie mit dem Verkauf einer Tasse Kaffee machen und welche Kosten dabei entstehen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Kosten und Gewinn beim Kaffee-Verkauf.

4. Genehmigungen & rechtliche Anforderungen

Gute Nachricht: Ein normaler Gewerbeschein, den Sie als Shopbetreiber:in bereits besitzen, reicht für den reinen Coffee-to-go-Verkauf völlig aus.

Das müssen Sie beachten:

  • Hygiene & HACCP: Sie sind verpflichtet, die EU-weiten Lebensmittelhygiene-Regelungen einzuhalten und ein eigenes HACCP-Konzept (Eigenkontrollsystem) zur Dokumentation zu führen. Die Einhaltung wird stichprobenartig durch die Lebensmittelüberwachung kontrolliert. Aktuelle Leitfäden erhalten Sie bei Ihrer zuständigen IHK oder dem Gesundheits- bzw. Veterinäramt.
  • Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz: Da Sie mit leicht verderblichen Lebensmitteln (wie Milch) arbeiten, benötigen Sie und Ihr Personal eine Erstbelehrung durch das Gesundheitsamt (früher „Gesundheitszeugnis“). Diese ist für den Umgang mit Lebensmitteln zwingend, unabhängig davon, ob Sie Sitzplätze anbieten.
  • Sitzgelegenheiten: Möchten Sie Kaffee zum Verzehr vor Ort mit Tischen und Stühlen anbieten, informieren Sie sich bei Ihrer Baubehörde über mögliche Auflagen (z. B. Kundentoiletten).

Mehrwegpflicht (seit 2023): Sie müssen eine Mehrweg-Alternative zu Einwegbechern anbieten. Ausnahme: Kleine Betriebe mit maximal 5 Mitarbeitenden und maximal 80 m² Verkaufsfläche. Diese müssen stattdessen ermöglichen, dass Kunden ihre eigenen mitgebrachten Gefäße befüllen lassen können. Lekkerland bietet gemeinsam mit Sykell und Remondis das praxistaugliche System Einfach Mehrweg an – inkl. Rücknahme, Reinigung und Werbemitteln.

5. Die richtige Kaffeemaschine auswählen

Wenn Sie eine Idee haben, wie viele Tassen Kaffee Sie ungefähr am Tag verkaufen könnten und wissen, wo Ihr Kaffee-Angebot platziert werden soll, kann die Auswahl der Kaffeemaschine beginnen.

Dabei sind die folgenden drei Faktoren besonders wichtig.

  1. Qualität
    • Die Maschine muss einen hochwertigen Kaffee produzieren.
    • Die Optik sollte Kompetenz ausstrahlen (entscheidet oft über den Kaufimpuls)
  1. Geschwindigkeit
    • Ausgabegeschwindigkeit ist besonders wichtig in Stoßzeiten.
    • Zu lange Wartezeiten führen zu Kaufabbrüchen und Abwanderung zur Konkurrenz.
  1. Benutzerfreundlichkeit
    • Die Maschine sollte möglichst einfach und schnell zu bedienen sein.
    • Geführte Reinigungsprogramme sparen Zeit.

Die tägliche Pflege ist Pflicht und sollte einfach durchgeführt werden können.

6. Kaffee und Bohnen: Die passende Marke für Ihren

Ist die passende Kaffeemaschine gewählt, folgt der nächste entscheidende Schritt: die Auswahl der Kaffeemarke. Dabei kommt es weniger auf „die eine richtige Lösung“ an, sondern auf ein Markenprofil, das zu Ihrem Standort, Ihrer Zielgruppe und Ihrem Shopkonzept passt.

Im Lekkerland Kaffee-Portfolio befinden sich:

  • Lavazza
  • Coffee Bean Company
  • Mövenpick
„Welche Kaffeemarke in Ihrem Shop am besten performt, ermitteln wir gerne gemeinsam mit Ihnen – direkt auf Basis Ihrer individuellen Shop-Situation“
Christina Lohmann, Category Management Coffee, Lekkerland SE

7. Wo soll die Kaffeemaschine stehen?

Sie haben die geeignete Kaffeemaschine ausgewählt und von uns erhalten? Dann können Sie mit der konkreten Vorbereitung beginnen. Hierfür ist als erstes die Frage zu beantworten: Wo soll die Kaffeemaschine stehen?

Damit verbunden ist die Entscheidung, ob Sie Kaffee in Selbstbedienung anbieten wollen oder ob das Heißgetränk durch Ihre Mitarbeiter ausgegeben werden soll.

Allgemein lässt sich aus Sicht der Lekkerland Expert:innen sagen, dass sich Konsument:innen, wenn sie die Wahl haben, eher für die Bedienung entscheiden. Service wird in Deutschland geschätzt und im Falle von Kaffee meist auch honoriert. Insofern scheint es sich zu lohnen, Kaffee in Bedienung zu verkaufen. So haben Sie gleichzeitig auch die Chance, den Kund:innen aktiv den Kauf eines Kaffees anzubieten.

8. Sortiment: Diese Kaffeevarianten sind am beliebtesten

Nach Erfahrung der Lekkerland Expert:innen sind in der Unterwegsversorgung insbesondere die Klassiker gefragt:

  1. Café Crema
  2. Cappuccino
  3. Latte Macchiato / Milchkaffee

Tipp: Als weiteren Umsatzhebel empfehlen wir dennoch weitere Trends abzubilden. Saisonale Getränke wie Iced Coffee oder Chai und Matcha. Diese Artikel gewinnen weiter an Bedeutung und haben ein fachtes Umsatzpotenzial.

9. Zubehör: Was Sie für den Coffee-to-go-Verkauf benötigen

Für ein erfolgreiches Coffee‑to‑go-Angebot zählt nicht nur der Kaffee selbst, sondern auch das passende Zubehör.

Pflichtbestandteile:

  • passende Deckel zu allen Bechergrößen
  • Zucker / Süßungsmittel
  • Milch / Kaffeesahne
  • Rührstäbchen

Optional sinnvoll:

  • kleine Snacks wie Kekse oder Schokobohnen
  • Porzellangeschirr bei Verzehr im Shop

Lekkerland bietet das komplette Zubehörsortiment sowie Beratung zur optimalen Zusammenstellung.

10. Hygiene & Reinigung: Erfolgsfaktor für Geschmack und Vertrauen

Das Herz Ihres Kaffeegeschäftes ist Ihre Kaffeemaschine. Deshalb sollten Sie diese besonders gut pflegen und vor allem regelmäßig gründlich reinigen.

Wichtig sind:

  • tägliches Reinigungsprogramm
  • zusätzlich Bohnenbehälter leeren + auswischen
  • äußere Reinigung (erster Eindruck zählt)

Die im Kaffee enthaltenen Öle können ranzig werden – schlechter Geschmack ist dann die Folge.

11. Marketing & Kundenansprache

Sie sind startklar, um Ihren Kund:innen Kaffee anzubieten? Dann machen Sie sie darauf aufmerksam!

Schon beim Betreten des Shops sollte die Lust auf Kaffee geweckt sein. Das kann – an der Tankstelle – durch Werbung an der Zapfsäule geschehen oder durch andere sichtbare Hinweise vor Ihrem Shop und an der Außenfassade. Auch im Shop sollte das Kaffeeangebot durch entsprechendes Marketing auffällig präsentiert werden.

Die letzte Chance ist gekommen, wenn der Konsument an der Kasse steht: „Darf es ein Kaffee für Sie sein?“. Ihre Mitarbeitenden und aktives Verkaufen spielen also eine entscheidende Rolle, wenn Sie Kaffee erfolgreich verkaufen möchten.

12. Vertrauen schaffen: Sauberkeit & Atmosphäre

Bevor Sie nun mit dem Marketing starten und die Kaffeemaschine in Gang setzen, ein letzter, wichtiger Hinweis: Damit Sie Kaffee erfolgreich verkaufen, müssen die Kund:innen Ihnen vertrauen. Dafür müssen Sie vor allem den Eindruck haben, dass hygienisch alles einwandfrei ist – die Kaffeemaschine beispielsweise jederzeit gut gepflegt und sauber, die Milch frisch ist.

Kund:innen erwarten:

  • sichtbare Sauberkeit der Maschine
  • frische Milch
  • gepflegter Kaffeebereich
  • angenehme Atmosphäre

Nur wenn Vertrauen da ist, entsteht regelmäßiger Kaffeekonsum. Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht, wie Manfred Klawitter in seinen 13 Kiosken erfolgreich Kaffee verkauft.

13. Die optimierte Checkliste für Ihren Coffee-to-go-Erfolg

✓ Umsatzpotenziale des Kaffeeverkaufes verstehen
✓ Maschinen-Standort und Bedienkonzept festlegen
✓ Kaffeemaschine und Markenprofil auswählen
✓ Classics + Trendgetränke anbieten
✓ Zubehör vollständig bereitstellen
✓ Hygiene konsequent umsetzen
✓ Shop-intern & extern bewerben
✓ Aktiv verkaufen

Bilder:

Oben: iStock / Nikada

Unten: iStock / LARISA DUKA