Eigenmarken-Studie 2026: Warum Eigenmarken für Shops noch wichtiger werden

Eigenmarken sind im Unterwegskonsum längst mehr als eine Alternative. Eine repräsentative Studie von Lekkerland zeigt: Viele Konsument:innen sind offen für Eigenmarken an Tankstellen, wenn Preis, Qualität und Verfügbarkeit überzeugen. Lukas Ziegler erläutert, welche Chancen sich für  Shopbetreiber:innen daraus ergeben, um neue Kund:innen zu gewinnen und den Umsatz zu steigern.

Das wichtigsten Ergebnisse der Lekkerland Eigenmarken-Studie 2026


  • Eigenmarken gewinnen an Bedeutung: 58 Prozent der Befragten geben an, heute mehr Eigenmarken als früher zu kaufen. Zudem würden 71 Prozent zur Eigenmarke greifen, wenn das bevorzugte Markenprodukt nicht verfügbar ist.
  • Tankstellen bieten Potenzial: 65 Prozent der Befragten finden, dass Eigenmarken gut zum Sortiment einer Tankstelle passen. Besonders gefragt sind Eigenmarken bei salzigen Snacks, Süßwaren, alkoholfreien Getränken, Gebäck, Wasser, Energy Drinks, Bier und Eis.
  • Preis-Leistung entscheidet: Der Preis beziehungsweise das Preis-Leistungs-Verhältnis ist der wichtigste Grund für den Kauf einer Eigenmarke an der Tankstelle. Gleichzeitig spielen auch Verfügbarkeit, Geschmack, Optik und Neugier eine wichtige Rolle.

Unterwegskonsum im Wandel: die Chance für Eigenmarken

Lohnen sich Eigenmarken im Tankstellenshop? Genau das untersucht unsere aktuelle Lekkerland Preisstudie 2026. Im Fokus: Das Image von Eigenmarken und die optimale Preisstrategie für Top-Produktkategorien. Die Datenbasis liefert Insights von 2.250 Befragten, die in den vergangenen drei Monaten mindestens eine der untersuchten Produktgruppen an Tankstellen gekauft haben. Im Mittelpunkt standen unter anderem Energy-Drinks, Mineralwasser, Wodka, Gebäckmischungen, Sandwiches, Erdnüsse, Schokoerdnüsse, Bier und Premixed Longdrinks.

„Eigenmarken werden an Tankstellen grundsätzlich sehr positiv wahrgenommen“
Lukas Ziegler, Director Buying & Category Management Eigenmarken bei Lekkerland

Die wichtigste Erkenntnis: Eigenmarken werden an Tankstellen grundsätzlich sehr positiv wahrgenommen. Knapp die Hälfte der Befragten sieht keinen Qualitätsunterschied zwischen Eigen- und Herstellermarken, sondern entscheidet stärker nach Preis oder Angebot. Das spiegeln auch die Verkaufszahlen: Über die Hälfte der Kund:innen kauft heute gezielt mehr Eigenmarken als früher.

Eigenmarken sind für viele Konsument:innen heute kein Kompromiss mehr. Sie werden zunehmend als relevante Alternative wahrgenommen, vor allem dann, wenn Preis-Leistung, Qualität und Verfügbarkeit zusammenpassen.

Die Tankstelle bleibt ein anspruchsvoller Einkaufsort

Tankstellenshops haben eine besondere Ausgangslage: Sie stehen für schnelle Verfügbarkeit, lange Öffnungszeiten und bequeme Versorgung unterwegs. Gleichzeitig bleibt der Preis ein sensibles Thema. Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt Tankstellenshops nur selten oder nie. Der wichtigste Grund dafür sind aus Sicht der Nichtkäufer:innen zu hohe Preise. Qualität der Produkte oder fehlendes Vertrauen in Tankstellenmarken spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Genau hier können Eigenmarken ansetzen. Sie ermöglichen attraktive Preiseinstiege und können helfen, preisbewusste Kund:innen im Shop zu halten oder zurückzugewinnen. Dabei geht es nicht darum, Herstellermarken zu ersetzen. Vielmehr können Eigenmarken das Sortiment ergänzen und Kund:innen zusätzliche Wahlmöglichkeiten geben.

„Eigenmarken ermöglichen attraktive Preiseinstiege und können helfen, preisbewusste Kund:innen im Shop zu halten oder zurückzugewinnen“
Lukas Ziegler, Director Buying & Category Management Eigenmarken bei Lekkerland

Die Studie zeigt sehr klar: Der Preis ist an der Tankstelle ein entscheidender Faktor. Eigenmarken können hier einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie nicht nur günstig sind, sondern gleichzeitig glaubwürdig und wertig auftreten.

Besonders großes Potenzial bei Getränken und Food-Kategorien

Die Studie zeigt, dass das größte Potenzial für Eigenmarken an Tankstellen insbesondere bei Getränken sowie ausgewählten Food-Kategorien liegt. Getränke gehören insgesamt zu den am häufigsten gekauften Produkten an Tankstellen. Besonders Heißgetränke wie Kaffee und alkoholfreie Getränke werden häufig genannt. Energy-Drinks werden im Verhältnis zur allgemeinen Konsumhäufigkeit besonders häufig an Tankstellen gekauft.

„Das größte Potenzial für Eigenmarken an Tankstellen liegt bei Getränken sowie ausgewählten Food-Kategorien wie Backwaren, gesundes Essen und Snacks“
Lukas Ziegler, Director Buying & Category Management Eigenmarken bei Lekkerland

Auch bei Snacks und Food-Produkten gibt es klare Ansatzpunkte. Viele Befragte wünschen sich ein breiteres Angebot an Tankstellen. Besonders häufig genannt werden Backwaren, gesundes Essen und Snacks, frisches Obst, warme Speisen, alkoholfreie Getränke sowie salzige Snacks. Speziell bei Eigenmarken besteht Nachfrage vor allem bei salzigen Snacks, Schokolade und Schokoriegeln, Süßwaren, alkoholfreien Getränken, Softdrinks, Wasser, Energdrinks, Bier und Eis.

Für Shopbetreiber:innen bedeutet das: Eigenmarken können besonders dort sinnvoll sein, wo Kund:innen ohnehin häufig spontan kaufen und der Preisvergleich eine wichtige Rolle spielt. Das gilt etwa für Snacks, Süßwaren, Getränke oder Produkte für den schnellen Verzehr unterwegs.

Marken bleiben wichtig, aber die Offenheit für Alternativen wächst

Trotz der positiven Entwicklung von Eigenmarken bleiben Herstellermarken wichtig. Besonders bei Getränken wie Bier, Spirituosen, Energy-Drinks und Premixed Longdrinks bevorzugen viele Konsument:innen weiterhin Markenprodukte. Bei Bier fällt diese Präferenz besonders deutlich aus. In anderen Produktgruppen ist die Marke dagegen weniger entscheidend. Bei Gebäck, Sandwiches oder Erdnüssen zeigt sich eine größere Offenheit für Eigenmarken oder markenunabhängige Kaufentscheidungen.

„Selbst markenaffine Käufer:innen würden zu einer Eigenmarke greifen, wenn das favorisierte Markenprodukt nicht verfügbar ist“
Lukas Ziegler, Director Buying & Category Management Eigenmarken bei Lekkerland

Interessant ist auch der Blick auf markenaffine Käufer:innen. Selbst in dieser Gruppe würden viele zu einer Eigenmarke greifen, wenn das favorisierte Markenprodukt nicht verfügbar ist oder als zu teuer wahrgenommen wird. Die Mehrheit der markenaffinen Käufer:innen findet zudem, dass Eigenmarken gut in das Tankstellensortiment passen.

Herstellermarken bleiben gerade in bestimmten Kategorien ein wichtiger Orientierungspunkt. Aber die Studie zeigt auch: Die Entscheidung ist nicht mehr schwarz-weiß. Viele Kund:innen wägen situativ ab und sind offen für Eigenmarken, wenn das Angebot überzeugt.

Preisgestaltung braucht Fingerspitzengefühl

Ein wichtiger Bestandteil der Studie war die Analyse optimaler Preispunkte. Dabei wurde untersucht, wie sich Kaufentscheidungen verändern, wenn Eigenmarken und Herstellermarken zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Die Ergebnisse zeigen: In vielen Kategorien gibt es deutliche Preisschwellen. Werden diese überschritten, sinken Kaufbereitschaft und zu erwartende Einnahmen teils spürbar.

„Eigenmarken dürfen nicht beliebig günstig oder teuer positioniert werden“
Lukas Ziegler, Director Buying & Category Management Eigenmarken bei Lekkerland

Eigenmarken dürfen nicht beliebig günstig oder teuer positioniert werden. Ein zu hoher Preis kann dazu führen, dass Kund:innen zur Herstellermarke wechseln oder gar nicht kaufen. Bei Mineralwasser reagierten Befragte beispielsweise empfindlich auf Preisveränderungen. Ein zu niedriger Preis kann dagegen Wertigkeit und Markenimage schwächen. Entscheidend ist daher ein Preisabstand, der den Wechsel motiviert, aber Qualität signalisiert.

Qualität, Optik und Verfügbarkeit entscheiden mit

Auch wenn der Preis der wichtigste Kaufgrund ist, entscheidet er nicht allein. In der Studie wurden als Kaufgründe für Lekkerland Eigenmarken an Tankstellen neben Preis und Preis-Leistung auch Verfügbarkeit, Geschmack, ansprechende Optik beziehungsweise Verpackung sowie Neugier genannt. Das zeigt: Eigenmarken müssen sichtbar, attraktiv und leicht verständlich inszeniert werden.

„Der erste Kauf einer Eigenmarke entsteht häufig aus einem konkreten Anlass: Das Markenprodukt ist nicht verfügbar, der Preis ist attraktiv oder das Produkt sieht interessant aus“
Lukas Ziegler, Director Buying & Category Management Eigenmarken bei Lekkerland

Besonders relevant ist die Präsentation am Point of Sale. Wenn Kund:innen eine Eigenmarke noch nicht kennen, müssen Verpackung, Platzierung und Produktumfeld Vertrauen schaffen. Eine wertige Gestaltung, eine klare Kategoriezuordnung und eine nachvollziehbare Preispositionierung können helfen, Hemmschwellen abzubauen.

Der erste Kauf einer Eigenmarke entsteht häufig aus einem konkreten Anlass: Das Markenprodukt ist nicht verfügbar, der Preis ist attraktiv oder das Produkt sieht interessant aus. Genau diese Momente sollten Shopbetreiber:innen gezielt nutzen.

Fazit: Eigenmarken sind ein strategischer Hebel für den Shop

Die Lekkerland Eigenmarken-Preisstudie zeigt: Eigenmarken haben an Tankstellen deutliches Wachstumspotenzial. Sie passen aus Sicht vieler Konsument:innen zum Tankstellensortiment, werden zunehmend gekauft und können besonders preisbewusste Kund:innen ansprechen. Gleichzeitig bleiben Herstellermarken wichtig, vor allem in stark markengeprägten Kategorien wie Bier, Spirituosen oder Energy-Drinks.

„Eigenmarken haben an Tankstellen deutliches Wachstumspotenzial“
Lukas Ziegler, Director Buying & Category Management Eigenmarken bei Lekkerland

Für Shopbetreiber:innen liegt die Chance deshalb in der richtigen Balance. Eigenmarken sollten nicht als Ersatz für Herstellermarken verstanden werden, sondern als strategische Ergänzung. Sie können Angebotslücken schließen, neue Preispunkte schaffen, Impulskäufe fördern und die Attraktivität des Shops erhöhen. Entscheidend ist ein stimmiges Gesamtpaket aus Preis, Qualität, Verfügbarkeit, Verpackung und Platzierung. Dann werden Eigenmarken zu mehr als einer günstigen Alternative: Sie werden zu einem echten Erfolgsfaktor im Unterwegskonsum.